Bürgermeister und Gemeinderat haben sich innerhalb der letzten 12 Monate intensiv mit dem Thema Mehrzweckhalle auseinandergesetzt. Oberstes Ziel war es, die Bedürfnisse unserer Gemeinde heute, auf mittlere und auf lange Sicht zutreffend einzuschätzen. Dazu wurden die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen ausführlich analysiert, ein Finanzierungskonzept erstellt, eine gemeindeweite Umfrage durchgeführt, Fach- und Steuerberater zur Thematik angehört und Klausursitzungen abgehalten. Am 08.06.2010 stellte der Gemeinderat die Weichen für die Fortsetzung des Projekts.
Umfrage:
An der Umfrage im Herbst 2009 beteiligten sich 457 Personen. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von ziemlich genau 15 %. Die einzelnen Auswertungen haben wir in den letzten sechs Ausgaben der Gemeindenachrichten nach Altersgruppen veröffentlicht. Von den Befragten hielten 400 eine Sportfläche auf Trainingsniveau für ausreichend. Lediglich neun Personen wünschten sich Sportmöglichkeiten auf Wettkampfniveau. Ausdrücklich sprachen sich lediglich 51 von 457 Personen für eine Zweifeldhalle aus. Die Auswertung ist im Einzelnen auf der Internetseite zu finden.
Finanzierung:
Die erwarteten Kosten für eine Einfeldhalle mit dem oben genannten Nebenraumprogramm liegen bei rund 4 Mio. €. Die Kosten für eine Zweifeldhalle mit dem gleichen Nebenraumprogramm bei voraussichtlich 6 Mio. €. Aus heutiger Sicht hat die Gemeinde rund 2,5 Mio. € für die Mehrzweckhalle angespart. Die restliche Summe muss entweder durch einen Kredit oder weitere Grundstücksverkäufe ausgeglichen werden. An Zuschüssen hat die Regierung von Oberbayern lediglich rund 210.000 € in Aussicht gestellt. Die Folgekosten für die Halle mit einer Einfeld-Sportfläche liegen grob geschätzt bei rund 200.000 € pro Jahr, für eine Halle mit Zweifeld-Sportfläche bei rund 300.000 € pro Jahr.
Festlegungen des Gemeinderats:
Mit Rücksicht auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde, die Umfrageergebnisse und die prognostizierte moderate Entwicklung unserer Gemeinde hat sich der Gemeinderat nach intensiver Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Positionen auf folgende Festlegungen geeinigt:
Sportnutzung
Die heutige Fläche in der Sporthalle beträgt 19,38 m x 27,34 m reine Sportfläche innerhalb der
Hallenwände. Diese Ist-Größe soll eingehalten werden, um Hallenfußball und eventuell
sogar Innentennis zu ermöglichen. Wünschenswert wäre eine Zuschauergalerie (Tribüne) neben
dem Sportfeld und eine Foyerlösung, so dass einschließlich des Foyers eine Hallengröße entstehen
kann, die durchaus im Ausnahmefall bei einer Öffnung des Foyers zur Sporthalle 400
Personen (ohne Tische) aufnehmen kann.
Alle Nebenräume (Umkleiden, Wasch- bzw. Duschräume, Toiletten, ...) in der Größe und
Funktionalität in Abhängigkeit der Personenanzahl und nach den Richtlinien der
Versammlungsstättenverordnung.
Warmhalteküche (70 m²) in der Nähe zur Halle und zum Foyer als „großer Logistikraum" für
Geschirr, Besteck, Geschirrspülanlage mit ausreichenden Ver- und Entsorgungsleitungen
(Küche I).
Gesellschaftliche und kulturelle Bedürfnisse
- 1. Vereinsaktivitäten für SV Straßlach und andere Vereine (ca. 70 m²)
- 2. Raum für Mehrfachnutzung durch Senioren, Kinder, VHS,...nach Belegungskalender
(ca. 70 m²) mit „Küchenzeile" (Küche II) - 3. Raum für ein ständiges Jugendprogramm (ca. 70 m² als „Extralösung")
Es wäre funktional schön, wenn sich die Räume auch einmal als Einheit öffnen lassen könnten.
Haus für Kinder
Altersgeöffnete Betreuung von 0-10 Jahren als Kindertagesstätte, sowie Krippen- und
Hortbetreuung; Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung der Grundschulkinder.
Das Haus für Kinder (zulässig für 24 Kinder unter 3 Jahren oder für 50 Kinder über 3 Jahren) wird
eine eigene Warmhalteküche (Küche III) erfordern.
Solare Dachflächen aus der Planung ermöglichen - mit in das Planungskonzept zur Architektenbewerbung aufnehmen.
Ferner hat der Gemeinderat in eine Funktionsbeschreibung sehr detailliert hinein diktiert, welche Ansprüche an Architektur, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Funktionalität gestellt werden.
Ausblick
Der Gemeinderat hat die Beratungsfirma KFB beauftragt, von verschiedenen Architekten Planungsgutachten als Bewerbungskonzepte einzuholen, welche sich an den genannten Festsetzungen orientieren. In der Sitzung vom 20.07.2010 wird der Gemeinderat über die eingereichten Entwürf diskutieren.
Zum 1. Juli 2010 hat die Gemeinde das Kommunalunternehmen ISD gegründet, das es der Gemeinde ermöglicht, zu bauen wie ein „Privater". Frei vom engen Korsett der VOB/A.
Der Abriss und der Baubeginn für die neue Halle sind für Mitte 2011 geplant, die Inbetriebnahme der neuen Halle voraussichtlich Ende 2012. Als Übergangslösung soll eine Halle im Gewerbegebiet Mitterstrassweg (früher Elastogran) angemietet werden.